Steillagen-Riesling: Handwerk am Limit, Charakter im Glas

Was bedeutet eigentlich „Riesling von der Steillage“?

Von einer Steillage spricht man im Weinbau ab einer Hangneigung von über 30 Prozent – viele unserer Parzellen liegen sogar noch deutlich darüber im Steilstlagenbereich.

Diese Hänge sind keine gewöhnlichen Weinberge, sondern extreme Naturräume. Die Reben trotzen Wind und Wetter, wurzeln metertief in den Fels und fordern uns das ganze Jahr über heraus. Genau dieses Zusammenspiel aus exponierter Lage, Schiefergestein und Mikroklima prägt den unverwechselbaren, feinnervigen Charakter unseres Rieslings.

Maximales Sonnenlicht im optimalen Winkel

Die steile Ausrichtung unserer Weinberge zur Mosel hin sorgt für einen idealen Einfallswinkel des Sonnenlichts. Die Reben fangen vom frühen Morgen bis zum Abend die Energie des Tages ein.

Zusätzlich wirkt die Mosel wie ein gigantischer Spiegel, der das Licht reflektiert und das Tal mit Wärme versorgt. Das Ergebnis ist eine lange Vegetationsperiode, in der die Trauben langsam und gleichmäßig vollreif werden – mit dichten Aromen und perfekt balancierter Säurestruktur.

Schieferboden: Der Wärmespeicher mit Signatur

Unsere Weinberge stehen auf reinem Schiefer. Dieser karge, dunkle Stein erfüllt gleich zwei essenzielle Aufgaben:

  • Natürliche Fußbodenheizung: Der Schiefer nimmt tagsüber die Sonnenwärme auf und gibt sie in den kühlen Nachtstunden langsam an die Reben ab. Das schützt vor extremen Temperaturschwankungen.
  • Typische Mineralität: Durch die karge Bodenstruktur müssen die Reben tief in die Gesteinsrisse dringen, um Wasser und Nährstoffe zu finden. Das verleiht unserem 2023er Riesling Tradition seine animierende Frische, den präzisen Schmelz und die kühle, schiefrige Tiefe.
Handarbeit am Steilhang: Respekt vor der Natur

Wo keine Maschine mehr Halt findet, zählt allein das Können der Winzerhände. Von der Pflege der Rebstöcke über die Laubarbeit bis hin zur selektiven Lese im Herbst: Nahezu jeder Arbeitsschritt an unseren Hängen ist pure Handarbeit.

Foodparing
Foodparing

Regionale Klassiker von Mosel & Fluss:
Gebratene Mosel-Forelle in Mandelbutter -
Die nussige Butter bindet die feine Säure elegant ein, während der Wein dem feinen Fischfleisch eine animierende Frische verleiht.

Moderne Frischeküche:
Ceviche vom Seesaibling mit Limette -
Säure trifft Säure – die vibrierende Zitrusfrische des Rieslings spiegelt die Marinade wider und hebt die kühle Eleganz des Saiblings hervor.

Ziegenfrischkäse-Tartelettes -
Die feine Cremigkeit und der milde Salzton des Käses harmonieren ideal mit dem Schmelz und der Saftigkeit aus der Steillage.

Serviertipp:
Nimm die Flasche etwa 10–15 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank (ca. 6–7 °C Ausgangstemperatur) – im Glas erreicht der Riesling rasch die perfekte Trinktemperatur von 8–10 °C. An warmen Sommerabenden empfiehlt sich ein Weinkühler, um die Temperatur stabil zu halten.

Geschmack & Sensorik
Geschmack & Sensorik

Im Glas:
Helles Grüngelb mit brillanten Reflexen.

In der Nase:
Frischer Weinbergspfirsich, knackiger grüner Apfel, Zitronenzeste und eine feine, kühle Schieferwürze.

Am Gaumen:
Packender Schiefer-Grip, lebendige, animierende Säurestruktur und eine salzig-mineralische Frische im Nachhall. Ein Riesling mit Zug und puristischer Geradlinigkeit.

An- und Ausbau
An- und Ausbau

Lage & Boden:
Steillagen an der Untermosel, geprägt von verwittertem Schiefer und optimaler Sonneneinstrahlung.

Vinifikation:
Selektive Handlese, schonende Traubenverarbeitung und gezielter Ausbau im Edelstahl zur Bewahrung der natürlichen Frucht und Lebendigkeit.

Riesling von der Steillage gibt es noch in 2 weiteren Geschmacksrichtungen

Die Gesichter hinter unserer Weinmanufaktur